Wie funktioniert eine Wirtschaftsmediation?

Stufe 1: Sind die Konfliktparteien und der Konflikt mediationsfähig?

Die Mediation ist kein Wundermittel, sondern ein alternativer Lösungsweg zum klassischen Rechtstreit vor Gerichten. Sie ist jedoch auf den Willen der Parteien angewiesen, gemeinsam eine tragbare und allseits akzeptable Lösung zu finden. Daher wird in der Stufe 1 das Mediationsverfahren im Detail erläutert und abschließend beurteilt, ob die Mediation ein geeignetes Verfahren sein kann. (Hinweis: Eine Mediation kann jederzeit beendet werden, wenn eine Partei dies wünscht, oder weil eine Verfahrensfortführung nicht mehr erfolgversprechend ist.)

Stufe 2: Informations- und Themensammlung!

Wurde der Einstieg ins Mediationsverfahren beschlossen, beginnt hier die Sammlung der Konfliktthemen. Hierbei werden nicht nur die vordergründigen Themen angesprochen, sondern es wird gemeinsam erarbeitet, wo auch ggfls. unterschwelliges Konfliktpotential vorhanden ist. Dieses soll verhindern, dass nicht kurz nach erfolgreicher Beseitigung der Spannungen ein neuer Streit entsteht.
In der Themensammlung werden nur die zu besprechenden Punkte gesammelt. Es erfolgt noch keine Bewertung einzelner Themen.


Stufe 3: Interessenklärung!

Die 3. Stufe des Mediationsverfahrens ist die entscheidende Phase. Gelingt es hier die tieferen Interessen der Parteien herauszuarbeiten, die letztlich zu dem Konflikt geführt haben, kann das Verfahren in aller Regel erfolgreich beendet werden. Die unterschiedlichen Motive, Wünsche und Bedürfnisse, die sich häufig hinter Forderungen und Positionen verbergen, lassen sich ggf. durch alternative Lösungen in einvernehmlicher und zukunftsorientierter Weise lösen. Viele Konfliktparteien erfahren häufig erst in dieser Phase, worum es dem Konfliktpartner eigentlich tatsächlich geht.


Stufe 4: Kreative Lösungssuche!

Nachdem alle Interessen gesammelt wurden, beginnt nun eine kreative Lösungssuche. Die Beteiligten formulieren Lösungsansätze (ggf. durch Stichwort), unabhängig von einer Realisierungsaussicht.

Stufe 5: Bewertung und Auswahl der Lösungsoptionen!

Nachdem die Lösungsansätze gesammelt wurden, erfolgt eine Untersuchung der Vorschläge auf Umsetzbarkeit und Akzeptanz. Dabei sind neben den rechtlichen Aspekten auch wirtschaftliche, organisatorische und andere Kriterien zu berücksichtigen. Ziel der Auswahl ist eine Lösungsoption, die die Interessen der Konfliktparteien weitestgehend berücksichtigt. Den Parteien ist es unbenommen, die angestrebte Lösung von einem Berater oder Rechtsanwalt ihres Vertrauens prüfen zu lassen.

Stufe 6: Vereinbarung und Umsetzung!

In dieser Schlussphase wird die gemeinsam erarbeitete Lösung schriftlich formuliert. Da alle Parteien an der Lösung mitgewirkt haben, ergibt sich in der Regel eine hohe Akzeptanz des Ergebnisses, so dass die Bereitschaft der tatsächlichen Umsetzung sehr wahrscheinlich ist. Gleichwohl sollte die Möglichkeit einer „Kontrolle“ genutzt werden, in dem bei einem abschließenden Treffen, nach angemessener Zeit, die tatsächliche Einhaltung der Vereinbarung geprüft wird. Falls gewünscht kann der Mediator bei langwierigen Verfahren die Umsetzung begleiten.

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